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Urvolk Makedonier - Abstammung und Herkunft

Wer sind die Makedonier?

Die Schreibung des Völkernamens ist im deutschen Sprachgebrauch ambivalent. Im allgemeinen wird unterschiedslos Makedonier und Mazedonier (entsprechend Makedonien/Mazedonien) geschrieben. Zur Vermeidung einer Verwechslung der Makedonier (mit den Griechen verwandtes Volk der Antike) mit den Mazedoniern (südslawisches Volk der Neuzeit) und Makedoniens (Staat der Antike) mit Mazedonien (Balkan-Staat) wird hier die Schreibung mit –k- zur Identifizierung der antiken Bevölkerung bevorzugt.


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Was ist die Geschichte der Makedonier?

Makedonien ist eine geographische, länderübergreifende Region auf dem Boden des antiken Königreiches, Mazedonien ein bestimmtes Staatsterritorium. Die slawischen Mazedonier von heute sind scharf zu trennen vom antiken Volk der Makedonier. Rückgriffe moderner mazedonischer Nationalisten auf den Makedonier Alexander den Großen als berühmten Vorfahren sind kulturhistorisch haltlos, da in der makedonischen Region keine siedlungsmäßige oder kulturelle Kontinuität besteht.

Die Vorfahren der Makedonen wanderten im 2. Jahrtausend v. Chr. in die historische Landschaft Makedonien ein. Zwar waren die Makedonen mit den griechischen Stämmen eng verwandt, sie galten aber bei diesen als „Barbaren“ mit ungriechischen Sitten und unverständlicher Sprache.

Die momentan vorherrschende Forschungsmeinung sieht die Makedonen als nordgriechischen Stamm an, der sich zunächst aufgrund enger Kontakte zu Thrakern und Illyrern kulturell von den übrigen Griechen unterschied. Auch über die makedonische Sprache gibt es unterschiedliche Auffassungen. War Makedonisch eine eigenständige, dem Griechischen eng verwandte Sprache oder nur ein griechischer Dialekt? Die Frage, ob die Makedonen Griechen waren, ist daher beim heutigen Forschungsstand nicht zu beantworten, auch wenn viele Experten überzeugt sind, daß sie Griechen gewesen seien, denen insbesondere in den athenischen Quellen (vor allem bei Demosthenes) aus politischen Gründen ihr Hellenentum bewußt abgesprochen worden sei.

Die Sprache der Makedonen war mit dem Griechischen eng verwandt. Beides sind indogermanische Sprachen und bilden innerhalb dieser Sprachfamilie einen eigenen Zweig. Das Makedonische wurde nicht als Schriftsprache verwendet, sondern Griechisch.

Der Name der ehemals von den antiken Makedonen besiedelten historischen Region Makedonien ist über die Jahrtausende erhalten geblieben und von allen Einwohnern dieser Region benutzt worden. Der Name der 148 v. Chr. eingerichteten römischen Provinz Macedonia blieb auch als oströmische Diözese bewahrt. Nach der slawischen Landnahme im 6. Jahrhundert wurden die hier lebenden Slawen in Verwaltungsakten des Oströmischen Reiches nach der Region benannt. Der größere, südliche Teil des klassischen makedonischen Gebietes bildet heute die Region Makedonien in Nord-Griechenland. Der kleinere, nördliche Teil bildet den Staat, der 1991 als Republik Mazedonien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärte. Weitere kleinere Teile gehören zu Südwest-Bulgarien und Südost-Albanien.



Wer sind die heutigen Mazedonier?

Das südslawische Volk der Mazedonier hat seinen Namen von der historischen Landschaft Makedonien. Hier fanden die Vorfahren der heutigen Mazedonier, die südslawischen Migranten, die im 6. und 7 Jahrhundert n. Chr. als landnehmende Ackerbauern dorthin kamen, eine Heimat. Die Slawen vermengten sich mit der ortsansässigen Bevölkerung, die sich aus Paionen (protobulgarische Stämme aus Paionien), antiken Makedonen und anderen ethnischen Elementen zusammensetzte. Im 9. Jahrhundert geriet der größte Teil der heutigen Region Makedonien unter die Herrschaft des Ersten Bulgarischen Reiches und ab 1371 wurde die Region schrittweise durch das Osmanische Reich erobert.

In der Folge galten die Vorfahren der jetzigen Mazedonier meist als Bulgaren, und große Teile von ihnen verstanden sich auch selbst zum Teil bis ins 19. Jahrhundert als solche. Aus diesem Grund ist es umstritten, ob man vor 1943 von der Existenz einer mazedonischen Sprache, Nation oder Ethnie sprechen kann. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gab es keine Bestrebungen von staatlicher Seite zur Beförderung einer weitgehenden Autonomie oder eines unabhängigen Staates mit (slawo-)mazedonischer Identität auf dem Boden von Vardar-Mazedonien (der heutigen Republik Mazedonien). Der mazedonische Nation-Building-Prozeß ist eng verbunden mit der Etablierung des sozialistischen und föderativen Jugoslawiens nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 29. November 1943 beschloß der Antifaschistische Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens in Jajce die Errichtung einer „Republik Mazedonien“ in einem zukünftigen föderalen Jugoslawien. In dieser Zeit wurde die „mazedonische Sprache“ zur Amtssprache Mazedoniens proklamiert und in der Folge auf der Grundlage der vardar-mazedonischen Dialekte zu einer voll funktionierenden, serbisch geprägten Standardsprache ausgebaut. Das Ziel war die Herausbildung einer eigenständigen, von der bulgarischen unterschiedenen nationalen Identität.

Inwieweit diese Anerkennung als Nation oder Ethnie eine kontinuierliche Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert oder ein durch den jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito forciertes „Nation-Building“ war, ist Gegenstand sowohl historischer als auch politischer Auseinandersetzungen.

Die dem Mazedonischen nächstverwandte Sprache ist das Bulgarische. Die mazedonischen Dialekte sind Teil eines Dialektkontinuums, das sich sowohl zum Bulgarischen als auch zum Serbischen fortsetzt. Noch bis 1944 wurden die slawischen Mundarten im Gebiet des heutigen Mazedoniens in der Slawistik als Bulgarisch eingestuft. Heute ist das Mazedonische eine voll ausgebaute, für Äußerungen in allen Lebensbereichen gerüstete Standardsprache.

Der Streit um den Namen Mazedonien war ein Konflikt zwischen den Staaten Griechenland und Mazedonien um die Nutzung des Namens Mazedonien. So verweigerte Griechenland dem nördlichen Nachbarn auch die bloße Verwendung des Namens Mazedoniens, da es die Vereinnahmung und slawische Monopolisierung der makedonischen Geschichte befürchtet. Denn aufgrund der Hellenisierung der antiken Makedonen beansprucht Griechenland das antike kulturelle Erbe der historischen Region Makedonien. Zwischen 1991 wurde für die Republik Mazedonien im internationalen Verkehr meist die Bezeichnung „Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ verwendet. Nach einer Einigung mit Griechenland im Jahr 2018 wurde der Staatsname im Februar 2019 in «Republik Nordmazedonien» geändert.

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